Leipziger Osten und ALLES ÜBERALL

- Selbstverwalten und Selbstgestalten

Liebe Menschen,

Am 22.11.14 sind alle die gefragt, die ein Problem mit der aktuellen Stadtentwicklung im Leipziger Osten haben! Die die bestehenden kapitalistischen Zustände nicht einfach hinnehmen wollen, sondern an konkrete Alternativen glauben. Die es stört, dass Besetzungen einfach geräumt werden sollen. Alle, die ihre Stadt selbst gestalten wollen! Deshalb wird es ab 12h vom Neuen Rathaus aus eine Demonstration in den Leipziger Osten geben.

„Der Leipziger Osten blüht auf!“ – So berichten zumindest die Medien.. Doch was heißt das?
Immer mehr Flächen, Wohnungen und Häuser werden aufgekauft, zwangsgeräumt oder zwangsversteigert und im Anschluss saniert. Dabei steigen die Mieten und viele Menschen können sich ihren Wohnraum nicht mehr leisten – obwohl sie vielleicht schon lange hier leben. Die Stadt verändert sich, aber ohne dass ihre Bewohner_innen aktiv an der laufenden Veränderung teilnehmen können. Nach dem regelmäßigen Kreuz ihrer Wahl werden sie zu Zuschauer_innen dessen, was um sie herum geschieht.

Das Gebiet um die Eisenbahnstraße herum ist als „Gefahrenzone“ ausgeschrieben. Willkürliche Kontrollen und undurchschaubare Maßnahmen der Polizei nehmen damit stark zu – vor allem gegenüber Menschen, die von Rassismus betroffen sind oder anderweitig nicht in die weiße bürgerliche Ästhetik passen. Hier wird klar: Das Viertel soll für Investoren_innen aufgeräumt werden und „sicherer“ gemacht werden. Wir halten diese kriminalisierende Vorgehensweise der Polizei für verwerflich. Sie machen das Leben in diesem Viertel weniger lebenswert. Das wollen wir nicht zulassen!

In den letzten Monaten wurden in der Nähe der Eisenbahnstraße eine Fläche der Deutschen Bahn von den Wagenprojekten Rhizomia und Trailermoon besetzt. Hier werden Orte geschaffen die nicht wie die bestehenden kapitalistischen Strukturen dieser Stadt funktionieren. Dort entstehen öffentliche selbstverwaltete und unkommerzielle Räume, die für viele Menschen zugänglich sind. Die Besetzungen sind ein Zeichen dafür, dass etwas anderes möglich ist. Die Deutsche Bahn und die Stadt planen seit 10 Jahren ohne erkennbaren Fortschritt einen „urbanen Wald“ auf der Fläche zu errichten. Dafür sollen die Wagenplätze jetzt weichen, alles abgerissen und entsiegelt werden.

Wir wollen aber keine Bäume in Reih und Glied und damit eine Parkfläche wie jede andere!
Wir wollen, dass die Fläche von den Menschen aus dem Viertel gestaltet wird, die sie bereits nutzen und sie in Zukunft nutzen werden!
Wir wollen nicht, dass die Stadt über die Köpfe anderer hinweg Pläne für öffentliche Räume schmiedet! Die Stadtteilplanung soll eine Mitgestaltung möglich machen, nicht verhindern!
Die Stadt darf nicht weiter die Verantwortung von sich weisen, sondern muss aktiv zur vielbeworbenen Vielfalt Leipzigs beitragen!
Wir wollen, dass die Fläche in die Selbstverwaltung übergeht!
Und wir wollen dass die benannten Wagenprojekte Teil dieser Fläche bleiben!

Die Situation in der sich die Wagenplätze und die gesamte Fläche gerade befinden ist bezeichnend für das, was allgemein gerade nicht nur in dieser Stadt sondern vielerorts passiert. Deshalb gehen wir mit euch auf die Straße.
Für mehr Selbstverwaltung öffentlicher Räume und Flächen!
Die Stadt sind wir alle!!!

Kommt bunt!
Demostart: 12:00 Uhr am Rathaus
Abschlusskonzi im Rabet 15:00Uhr